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7 Warnsignale bei Freelance-Kunden

Freelit··5 min

Nicht jeder Kunde ist ein guter Kunde

Als Freelancer neigt man dazu, jeden Auftrag anzunehmen, weil man die Luecke im Kalender fueerchtet. Aber manche Kunden kosten mehr, als sie einbringen: an Zeit, an Energie und manchmal auch an Geld. Mit der Erfahrung lernt man, die Warnsignale zu erkennen. Aber warum warten, bis man sich die Finger verbrennt?

Hier sind sieben Red Flags, die ich gern frueher gekannt haette. Wenn Sie ein oder zwei davon bei einem Interessenten entdecken, seien Sie wachsam. Wenn Sie drei oder mehr zaehlen, gehen Sie weiter.

Die 7 Warnsignale

1. Ein schwammiger Projektumfang: "Das klaeren wir unterwegs"

Ein Kunde, der nicht weiss, was er will, wird nie zufrieden sein. Wenn das Briefing sich auf "irgendwas Modernes und Wirkungsvolles" beschraenkt, werden Sie Wochen damit verbringen, seine Erwartungen zu erraten.

Was Sie tun koennen: Schlagen Sie einen Scoping-Workshop oder ein detailliertes Briefing vor, bevor Sie starten. Wenn der Kunde den Umfang nicht klaeren will, ist er nicht bereit, mit einem Profi zu arbeiten.

2. Bezahlung in "Sichtbarkeit": "Das ist gut fuer Ihr Portfolio"

Sichtbarkeit zahlt keine Miete. Dieser Satz kommt oft von Kunden, die Ihre Arbeit nicht wertschaetzen oder schlicht kein Budget haben.

Was Sie tun koennen: Antworten Sie freundlich, dass Ihr Portfolio mit bezahlten Projekten waechst und Sichtbarkeit kein Zahlungsmittel ist. Wenn der Kunde insistiert, ziehen Sie weiter.

3. Unrealistische Deadlines: "Am besten gestern"

Dauerhafte Dringlichkeit ist ein Zeichen fuer schlechte Organisation auf Kundenseite. Und raten Sie mal, wer den Preis dafuer zahlt? Sie, mit durchgearbeiteten Naechten und halbfertigen Ergebnissen.

Was Sie tun koennen: Erklaeren Sie ruhig Ihren Prozess und Ihre Lieferzeiten. Bieten Sie einen Eilzuschlag an (30-50 % Aufschlag), wenn es wirklich dringend ist. Ein Kunde, der Eile verlangt, aber nicht dafuer zahlen will, respektiert Ihre Zeit nicht.

4. Grenzueberschreitungen: Nachrichten um 23 Uhr, Anrufe am Sonntag

Am Anfang fuehlt es sich vielleicht schmeichelhaft an, so gebraucht zu werden. In Wahrheit ist es ein Kunde, der glaubt, Sie staenden rund um die Uhr zur Verfuegung, weil er Sie bezahlt.

Was Sie tun koennen: Kommunizieren Sie Ihre Erreichbarkeitszeiten gleich zu Beginn der Zusammenarbeit. Antworten Sie ausserhalb dieser Zeiten nicht. Ein Kunde, der Ihre Grenzen respektiert, respektiert Sie.

5. Staendiger Scope Creep: "Wenn Sie schon dabei sind, koennten Sie auch noch..."

Das Projekt sollte zwei Wochen dauern. Drei Monate spaeter sitzen Sie immer noch daran, und das Budget hat sich nicht veraendert. Scope Creep ist der groesste Feind jedes Freelancers.

Was Sie tun koennen: Verweisen Sie konsequent auf den vereinbarten Leistungsumfang. Jede zusaetzliche Anforderung wird als Nachtrag mit eigenem Preis und Zeitrahmen behandelt. Keine Diskussion, das ist die Regel. Professionelle Kunden verstehen das.

6. Verspaetete oder "vergessene" Zahlungen

Die erste Rechnung wird zu spaet bezahlt. Die zweite auch. Bei der dritten fragen Sie sich, ob Sie ueberhaupt jemals Ihr Geld sehen. Chronische Zahlungsverzoegerungen sind ein Zeichen fuer finanzielle Probleme oder mangelnden Respekt.

Was Sie tun koennen:

  • Verlangen Sie eine Anzahlung vor Arbeitsbeginn (30-50 %)
  • Wenden Sie die im Vertrag festgelegten Verzugszinsen an
  • Stoppen Sie die laufende Arbeit, wenn eine Rechnung mehr als 30 Tage ueberfaellig ist
  • Liefern Sie niemals Quelldateien vor vollstaendiger Bezahlung

7. Der Vergleich mit billigeren Alternativen

"Mein Neffe kann das fuer 200 Euro" oder "Auf Fiverr kostet das ein Drittel". Solche Bemerkungen zeigen einen Kunden, der den Wert Ihrer Arbeit nicht versteht und ihn vermutlich auch nie verstehen wird.

Was Sie tun koennen: Rechtfertigen Sie sich nicht. Erklaeren Sie kurz, was Ihr Preis beinhaltet: Expertise, Begleitung, Qualitaetsgarantie, Termintreue. Wenn der Kunde Billigangebote sucht, wird er sie finden. Aber das ist nicht Ihr Markt.

Wie Sie mit der Situation umgehen

Ein Warnsignal zu erkennen, heisst nicht automatisch, den Auftrag abzulehnen. Manchmal reicht ein offenes Gespraech, um die Zusammenarbeit in die richtige Bahn zu lenken. Einige Grundsaetze:

  • Vertrauen Sie Ihrem Bauchgefuehl: Wenn sich etwas falsch anfuehlt, ist das kein Zufall
  • Halten Sie Ihre Bedingungen schriftlich fest: Ein klarer Vertrag schuetzt beide Seiten
  • Trauen Sie sich, Nein zu sagen: Ein schlechter Kunde kostet Sie mehr, als er bringt
  • Dokumentieren Sie alles: E-Mails, Nachrichten, Freigaben. Im Streitfall ist das Ihr Schutzschild

Den richtigen Kunden gibt es

Lassen Sie sich von negativen Erfahrungen nicht entmutigen. Es gibt grossartige Kunden, die Ihre Arbeit respektieren, puenktlich zahlen und klar kommunizieren. Je besser Sie problematische Kunden filtern, desto mehr Platz schaffen Sie fuer die guten.

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